Umschulungs-Coaches: Hilfestellung auf dem Weg zum Berufsabschluss

Das Jobcenter Lippe nutzt seit drei Jahren ein spezielles Coaching, um Umschülerinnen und Umschüler auf ihrem Weg zum Berufsabschluss zu begleiten. Zielsetzung dieser Maßnahme ist es, für persönliche Problemlagen der Teilnehmenden, welche die Umschulung beeinflussen, durch sozialpädagogische Begleitung Lösungen zu finden, um Maßnahmeabbrüche zu verhindern.

Dazu setzt das Jobcenter Lippe auf die Hilfe von sogenannten Umschulungs-Coaches des SOS-Kinderdorfs Lippe. Im Einsatz für das Jobcenter Lippe sind derzeit zwei Coaches. Einer von ihnen ist Matthias Puhan. Die Coaches betreuen Teilnehmende von Gruppenumschulungen.

Die Projekt-Struktur

Anfangsbetreuung: In den ersten drei Monaten findet jeweils ein Beratungsgespräch pro Monat statt. Bei akut auftretendem Beratungsbedarf werden zusätzlich Gesprächskontakte angeboten. Zum Ende der Anfangsbetreuung wechseln die Teilnehmenden in die Basisbetreuung oder Intensivbetreuung.

Basisbetreuung: Im Rahmen der Basisbetreuung erfolgt mindestens ein Beratungsgespräch/Coaching pro Quartal.

Intensivbetreuung: Art und Umfang der Intensivbetreuung richten sich jeweils nach dem individuellen Bedarf. Durchschnittlich wird bei dieser Art der Betreuung ein Coaching von drei Stunden pro Monat angeboten.

Das Coaching erfolgt als aufsuchende Beratungsarbeit in den jeweiligen Umschulungs- oder Praktikumsbetrieben. Das Angebot reicht von der Kontaktaufnahme zur Schuldnerberatung, der Stärkung sozialer Kompetenzen, der Unterstützung bei Behördengängen oder gesundheitlichen Problemen bis hin zur Krisenintervention bei Problemen, die im Verlauf der Umschulungsmaßnahme auftauchen.

Erfolgreiches Coaching durch Vertrauen und Zusammenarbeit

Umschulungscoach

Umschulungs-Coach Matthias Puhan vom SOS-Kinderdorf Lippe im Gespräch mit Weiterbildungsberaterin Monika Hölscher vom Jobcenter Lippe

Die Unterstützungsleistungen sind sehr individuell gestaltet und orientieren sich immer an den jeweiligen Bedürfnissen“, erklärt Umschulungs-Coach Puhan. Um die tatsächlichen Unterstützungsbedarfe festzustellen, sei es zunächst wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen. Bei den ersten persönlichen Gesprächen wird dafür die Grundlage geschaffen.

Als Umschulungs-Coach nimmt Puhan eine neutrale Position ein. Er vertritt nicht die Interessen des jeweiligen Maßnahmeträgers, sondern ist in erster Linie der von ihm betreuten Person verpflichtet.

„Mitunter ist es für die von mir betreuten Personen schon hilfreich, wenn sie mir ihre Probleme schildern können und ich einfach nur zuhöre“, erklärt Puhan. Ein erfolgreiches Coaching und damit die Vermeidung von Umschulungsabbrüchen hängen laut Puhan allerdings immer auch von der Mitwirkung der Umschülerinnen und Umschüler ab.

„Damit es möglichst nicht zu Abbrüchen kommt, setzen wir auf die sozialpädagogische Unterstützung durch die Umschulungs-Coaches. Ein Instrument, dass sich bewährt hat“, bekräftigt Weiterbildungsberaterin Monika Hölscher.


Weitere Informationen:

Monika Hölscher
Jobcenter Lippe
eMail: monika.hoelscher@jobcenter-lippe.de

 

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