Gründung von Integrationsunternehmen und -abteilungen

Integrationsprojekte haben sich zur Integration schwerbehinderter Menschen als besonders geeignet erwiesen. Sie können als unternehmensinterne Abteilung oder als Unternehmen in eigener Rechtsform betrieben werden. Die Region Ostwestfalen-Lippe ist hier gut aufgestellt. In den aktuell 46 Integrationsunternehmen verschiedenster Branchen arbeiten über 600 Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis.

Hoher Bedarf an Beschäftigungsmöglichkeiten für behinderte Menschen

Trotz der guten Ausgangslage in OWL besteht weiterhin ein hoher Bedarf an zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten für behinderte Menschen. Prinzipiell kann es für jedes Unternehmen interessant sein, z.B. eine Integrationsabteilung mit behinderten Beschäftigten aufzubauen. Menschen mit Behinderungen sind hoch engagiert und können durch die Übernahme von einfachen Tätigkeiten das Fachpersonal entlasten.

Integrationsunternehmen sind rechtlich selbständige Unternehmen, die zwischen 25 und 50 Prozent Menschen mit Behinderungen beschäftigen. Für Integrationsabteilungen gelten diese Grenzen nicht. In ihnen müssen im relevanten Umfang Arbeitsplätze für die Zielgruppe geschaffen werden. Die Pflichtquote von 5 Prozent nach § 71 SGB IX sollte deutlich überschritten werden.

Landesprogramm „Integration unternehmen“

Mit dem Landesprogramm „Integration unternehmen!“ fördert das Arbeitsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit den Landschaftsverbänden seit 2008 die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen im Rahmen von Integrationsprojekten. Für zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze in bestehenden und neuen Integrationsprojekten bietet das Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales „Inklusionsinitiative II – AlleImBetrieb“ weitere Möglichkeiten der finanziellen Bezuschussung. Die laufende Personalkostenförderung ist hier begrenzt auf die Dauer von fünf Jahren.

Bei gemeinnützigen Integrationsprojekten können auch Fördermittel über Aktion Mensch beantragt werden. Neben der Bezuschussung von Vorlauf- und Planungsaktivitäten gibt es hier eine Investitionsförderung sowie eine Personalkostenförderung für die Betriebsleitung. Auch bei der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW können Anträge für investive Mittel gestellt werden.

Integrationsunternehmen haben einen doppelten Auftrag: Sie integrieren Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt und müssen sich gleichzeitig mit ihren Produkten und Dienstleistungen am Markt behaupten. Zum Ausgleich für die Beschäftigung eines besonders hohen Anteils von Menschen mit Behinderungen an der Gesamtbelegschaft – nicht zur Deckung des unternehmerischen Risikos – erhalten sie eine öffentliche Unterstützung durch die Integrationsämter der Landschaftsverbände, u.a. in Form von Investitionskostenzuschüssen und Minderleistungsausgleichen.

 

Integratunternehmen

Weitere Informationen:

Liste der Integrationsunternehmen in Westfalen-Lippe

Förderprogramm „Integration unternehmen!“ – Informationen des MAIS NRW

Förderprogramm „Integration unternehmen!“ – Informationen der G.I.B.

Informationen des LWL zu Integrationsprojekten

Fördermöglichkeiten der Aktion Mensch im Bereich Arbeit und berufliche Qualifikation

Informationsblatt zur Förderung von Investitionen über die Stiftung Wohlfahrtspflege


Weitere Informationen:
Boris Voss
Regionalagentur OWL
eMail: b.voss@regionalagentur-owl.de

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